WENNDANN FILM GEWINNT VGF NACHWUCHSPRODUZENT*INNEN PREIS
Und damit zu einem mittlerweile traditionellen „Main Act“ des Empfangs: der Verleihung des mit 60.000 Euro dotierten VGF-Nachwuchsproduzent:innenpreises. An ein junges Unternehmen, das schon mit seinem Kinodebüt für Furore sorgte: Rund 108.000 Besuche zählte „Zweigstelle“ von Regisseur Julius Grimm in den (vor allem bayerischen) Kinos – und die produzentische Leistung der WennDann Film um die HFF-Absolventen Simon Bogocz, Felix Mann und Ben Ulrich wurde nicht zuletzt dafür hervorgehoben, das Projekt „trotz fast aussichtsloser finanzieller Lage und dem Wegfall eines zentralen Budgetbausteins“ gewuppt bekommen zu haben.
Der Preis, so die Bedachten, unterstreiche nicht zuletzt, dass es sich lohne, trotz aller Rückschläge Optimismus zu bewahren, an sich zu glauben. Ziel sei es, eine Brücke zum Publikum zu schlagen. „Kommentarspalten über Branchenrezensionen“ sei das Credo.
BR-Intendantin Katja Wildermuth, FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein und die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Anja Weißgerber (Credit: THE SPOT media & film)
Womit auch noch einmal der Bogen zur Investitionsverpflichtung geschlagen wäre. Denn die Freude darüber sei durch die Kommentarspalten unter einem Beitrag der „Tagesschau“ getrübt worden, in denen sich darüber mokiert worden sei, wie schlecht der deutsche Film doch sei. Mal abgesehen davon, dass die Zahlen des vergangenen Jahres und umso mehr der letzten Woche da eine ganz andere Sprache sprechen: WennDann Film sei angetreten, um dieses Vorteil zu widerlegen: „Denn es gibt so viele großartige Talente und Filme in diesem Land!“
Was man gerne sehen würde? Mehr Tempo in der Realisierung von Filmen. Denn den Zeitgeist zu treffen, wenn man schon heute über Produktionsbudgets für 2028 spreche, sei denkbar schwierig. Wie es weitergeht? Just in diesen Stunden mit der Premiere von „Ich verstehe ihren Unmut“ in der Sektion Panorama. Gemeinsam mit Julius Grimm mit „Chopper“ – und mit einer deutschen Adaption der britischen Erfolgsserie „Skins“. Und was die drei Produzenten im Herzen tragen? Das Kino als Bindeglied der Gesellschaft, als Ort des Diskurses.